Zecken

grafik2Jeder Hundehalter kennt das Problem aus Erfahrung: brav nur auf den befestigten Wegen zu bleiben kommt für ihren Hund nicht infrage, viel zu gerne schnüffelt er neben dem Weg im Gras, unter Sträuchern und am Waldrand. Beinahe überall, wo Tierbesitzer mit ihrem Hund Gassi gehen, lauern jedoch auch Zecken, und das nicht nur in ländlichen Gebieten.  Jeder Spaziergang durch Wald, Wiesen, durch den Stadtpark etc. birgt das Risiko eines Zeckenstiches und der Hund kann mitunter schwer krank werden. Die Zahl der Zecken nimmt zu und immer neue Arten breiten sich aus. Mögliche Gründe sind der Klimawandel und die Veränderungen in der Agrarlandschaft. Besonders in warmen Sommern können sich auch mediterrane Arten auch im Norden Deutschlands gut entwickeln, insbesondere die auffällig gemusterte Auwaldzecke dehnt ihr Verbreitungsgebiet aus. Man erkennt die adulden Auwaldzecken an ihrer leichten Marmorierung auf dem Rücken. Krankheiten wie Babesiose, Ehrlichiose und Anaplasmose waren klassische Reisekrankheiten des Hundes. Die Vierbeiner infizierten sich vor allem, wenn sie ihre Besitzer im Mittelmeerraum begleiteten. Doch mittlerweile können sich auch hierzulande Hunde infizieren. Insgesamt hat die Zahl aller Zeckenerkrankungen in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen.

Zecken können das ganze Jahr über stechen. Sobald die Temperaturen auf einige Grad über dem Gefrierpunkt steigen, erwachen sie aus ihrer Winterruhe und werden aktiv. Unter guten klimatischen Bedingungen dauert die Saison nicht selten sogar von Februar bis Dezember. Am häufigsten kommt es zu Zeckenbefall von März bis Oktober.Zecken fallen nicht von den Bäumen, sondern warten auf der Spitze eines langen Grashalms oder auf dem Blatt eines niedrigen Strauchs bis zu etwa 1,5 m Höhe auf ihre Opfer. Sie werden von Spaziergängern oder Tieren im Vorbeigehen abgestreift oder sie lassen sich fallen, wobei sie auf Wärme und vor allem auf Geruch reagieren.

Anders als bei Menschen stechen Zecken beim Hund meist an Ort und Stelle, ohne lange durch das Fell zu krabbeln und nach einer geeigneten Stelle zu suchen. Bei Hunden sind sie daher oft am Kopf (zu 44 % ), auf der Brust, im Nacken, an den Schultern und zwischen den Zehen, am Bauch und Schenkelinnenseiten zu finden.

Wie werden Zecken richtig entfernt?
Entfernt werden Sie mit Zeckenhaken, Zeckenkarte oder speziellen Zeckenzangen.Bei Verwendung eines Zeckenhakens hat sich Drehen anstatt Ziehens bewährt, da sich die Zecken bei diesen Drehungen nicht länger festhalten können und loslassen. Man versucht die Zecke mit dem Haken möglichst am Ansatz einzuspannen und dreht dann in eine beliebige Richtung, man kann die Richtungen auch wechseln, bis die Zecke loslässt. Mit dieser Methode schafft man es ohne zu ziehen meist sehr gut, die gesamte Zecke mit Kopf herauszubekommen und für den Hund ist es auch angenehmer.Oder die Zecke wird mit einer Zeckenscheckkarte, die man unter den Zeckenkörper schieben kann, herausgehebelt. Es gibt auch so genannte Zeckenpinzetten, Zeckenschlinge und im Notfall kann man auch mit einem festen Faden eine solche Schlinge bilden und die Zecke durch gerades Ziehen aus der Haut herauslösen.

Zecken, auch wenn sie noch so klein sind, sollten beim Entfernen auf keinen Fall gequetscht werden, da sonst noch Krankheitserreger in den Stichkanal hineingepresst werden. Sinnvoll ist auch der „Gefrierschock“ durch ein Kältespray, denn dies geht so schnell, dass keine Reaktionen von Seiten der Zecke mehr möglich sind. Die vor Kälte erstarrte Zecke kann dann abgekratzt werden.

Auf keinen Fall dürfen Zecken durch Maßnahmen wie Klebstoff u.ä.erstickt werden, da sie im Todeskampf ihren Mageninhalt mit seinem ganzen Erregerinhalt in den Stichkanal erbrechen können. Nach Entfernung der Zecke sollte die Einstichstelle immer desinfiziert werden.

Hunde vor Zecken schützen
Eine wichtige Maßnahme zum Schutz vor Zecken und Flöhen bieten sogenannte Kontakt- Antiparasita. Sie töten die Quällgeister möglichst schnell ab und verhindern weiteres Zustechen. Die Präparate (Spot-on oder Tabletten) schützen bis zu vier Wochen. Am kompetentesten berät der Tierarzt, welches Mittel für welchen Hund sinnvoll ist.Von Hausmitteln wie Knoblauch, Ölen etc. wird abgeraten, da die Wirkung nicht bewiesen ist. Außerdem könnten sie Hundebesitzer zu einem Gefühl trügerischer Sicherheit verleiten.Gegen Borreliose können Hunde auch geimpft werden.

Nach jedem Spaziergang sollte man das Fell und den Körper des Hundes sorgfältig nach Zecken absuchen und auch mit einem Flohkamm durchkämmen. Hier können die im Fell krabbelnden oder bereits festgesogenen Zecken gleich entfernt werden. Die meisten krankmachenden Erreger werden erst übertragen, wenn die Zecke bereits 12-24 Stunden gesaugt hat.

Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können
Die häufigste von Zecken übertragene Krankheit ist bei uns die Borreliose. Anfangs zeigen sich Symptome wie z.B. Appetitlosigkeit, Fieber und Müdigkeit, im weiteren Verlauf können auch Lahmheit durch Gelenksentzündungen auftreten. Monate nach der Infektion macht sich die Krankheit zum Beispiel durch wiederkehrende Gelenkschmerzen und Nervenerkrankungen bemerkbar. Die Krankheit muss unbedingt durch Antibiotika behandelt werden.

Die Babesiose (Hundemalaria) kommt durch die Ausdehnung des Verbreitungsgebietes der Auwahlzecke nun auch in Deutschland vor. Auch im Landkreis Gifhorn sind schon Hunde erkrankt. Manche Hunde zeigen keine Symptome, andere haben sehr hohes Fieber bis
42°. Sie verlieren Appetit, sind matt, müde und nicht zu motivieren. Mit der Zeit verlieren sie immer mehr Gewicht und später entwickeln sie Blutarmut und Gelbsucht. Bei massenhafter Zerstörung der roten Blutzellen färbt sich der Urin dunkelrot. Bei Beteiligung des Zentralnervensystems kann es zu Lähmungen, epileptischen Anfällen um Bewegungsstörungen kommen. Unbehandelt kann die Erkrankung schnell zum Tod führen. Außerdem können Hunde an Ehrlichise, Anaplasmose (Gefährdung vor allem in Südeuropa) und FSME (selten) erkranken.

Auch den eigenen Schutz sollte der Hundehalter nicht vergessen. Bei Spaziergängen vor allem im Wald und auf der Wiese sollte unbedingt geschlossene Kleidung getragen werden und anschließend der gesamte Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden.

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