Kastrationsverordnung in der Gemeinde Sassenburg

Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigänger-Katzen
in der Gemeinde Sassenburg!

Der Anfang ist gemacht: Nachdem mittlerweile fast 200 niedersächsische Städte und Gemeinden eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigänger-Katzen in ihrer Satzung aufgenommen haben, hat nun auch im Landkreis Gifhorn die erste Gemeinde diese Verordnung beschlossen.

Damit verpflichtet die Gemeinde Sassenburg alle Katzenhalter zu einer verantwortungsbewussten Haltung ihrer Stubentiger. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass die Gemeinde mit ihrer Entscheidung die Probleme erkannt hat, die mit der unkontrollierten Vermehrung von Katzen und Katern entstehen. Die vielen Katzen, die Jahr für Jahr im Tierschutzzentrum Ribbesbüttel als Fundkatzen abgegeben werden, sprechen eine deutliche Sprache: Fast alle sind sie die ungewollte Folge von unkastrierten Katzenpaaren, die sich bei ihrem Freigang getroffen und „geliebt“ haben.

Auch die frei lebenden Katzen und Kater, die man überwiegend auf den Grundstücken von „Katzensammlern“, bisweilen auch auf Campingplätzen und in der Nähe von Müllcontainern beobachten kann, sind Nachkommen der zahmen Hauskatzen: Als Neugeborene werden die Katzenbabys von ihrer Katzenmutter versteckt, und nach ein paar Wochen, wenn die jungen Katzen selbständig auf Nahrungssuche gehen, werden sie von überall fortgejagt: Niemand will die Verantwortung für die Katzen übernehmen, niemand fühlt sich „zuständig“. Hunger und Krankheiten innerhalb der Populationen der frei lebenden Katzen und Kater sind vorprogrammiert.

Die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen ist eine nachhaltige behördliche Maßnahme. Von heute auf morgen wird sich die Verordnung  sicherlich nicht auf eine geringere Anzahl von Katzen und Katern im Tierschutzzentrum auswirken:  Aber auf lange Sicht wird die Verordnung dazu beitragen, dass das Tierschutzzentrum personell, räumlich und finanziell entlastet werden kann.

Und nicht zuletzt kommt dem Wohlergehen der Spezies „Katze“ eine solche Verordnung entgegen: Die Kastrations- und Kennzeichnung von Katzen und Katern ist auch ein Gebot des Tierschutzes!

In diesem Zusammenhang:

Immer wieder stellen wir fest, dass die Begriffe „frei lebende“ Katzen und „frei laufende“ Katzen durcheinander gewürfelt werden.

Frei lebende Katzen sind Katzen, die keinem Eigentümer mehr zugeordnet werden können, die aber alle von der zahmen Hauskatze abstammen: Sie sind von Menschen verstoßene Hauskatzen, die sich weiterhin unkontrolliert vermehren. Wer aus Mitleid eine frei lebende Katze füttert, sollte diese auf jeden Fall einfangen (- dabei kann der Tierschutzverein helfen) und kastrieren lassen! (Nicht erst warten, bis sich eine Vielzahl von frei lebenden Katzen am Futterplatz einstellt!) Wegen ihres Freiheitsbedürfnisses und des damit verbundenen Verhaltens können diese Katzen im Tierheim nicht versorgt werden.

Frei laufende Katzen sind Katzen, die in privater Hand gehalten werden und Freigang haben: Diese Katzen müssen unbedingt kastriert werden, denn die vielen immer noch nicht kastrierten Freigänger-Katzen sorgen für übervolle Katzenhäuser in den Tierheimen und für das entbehrungsreiche Leben von immer mehr frei lebenden Katzen.

Schuld sind nicht die Tierschutzvereine, sondern die Katzenhalter, die mit ihrer Gleichgültigkeit (und mittlerweile wissentlich!) die Raumnot in den Tierheimen zu verantworten haben.

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