Informationen zum Hundegesetz

Niedersächsisches Hundegesetz: Bessere Prävention vor Beißattacken und zusätzlich mehr Tierschutz

Beißattacken durch Hunde sollen bald der Vergangenheit angehören. Das ist ein Ziel des niedersächsischen Hundegesetzes. Es soll gleichzeitig zu mehr Tierschutz beitragen, weil alle Hundehalter ihre Sachkunde nachweisen müssen. Das Gesetz gilt als bundesweit vorbildlich. Die Novelle ist im Juli 2011 in Kraft getreten und legt unter anderem fest, dass jeder Halter seinen Hund mit einem Chip kennzeichnen lassen muss. Notwendig ist überdies eine Haftpflichtversicherung für das Tier, damit ein Halter mögliche Schäden begleichen kann. Das Niedersäschische Hundegesetz basiert auf einem gemeinsamen Landtagsbeschluss der Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP aus dem Jahr 2011 und hat viel Lob seitens der Wissenschaft aber auch von Hundehalter- und Tierschutzverbänden bekommen. Denn es setzt vor allem an der Schulung des Halters an und verzichtet auf pauschale Rasselisten.

Folgende Verpflichtungen ergeben sich daraus für Hundehalter:

Zentrales Register

Jede Hundehalterin und jeder Hundehalter muss ihren/seinen Hund beim Zentralen Register anmelden. Mit dem landesweiten Register soll der Hundehalter zügig ermittelt werden können – etwa bei einem Beißvorfall, wenn die Halterfrage vor Ort nicht anders geklärt werden kann.

Das Register wird durch die GovConnect GmbH (vormals: Kommunale Systemhaus Niedersachen GmbH) im Auftrag des Landes Niedersachsen geführt. Für die Anmeldung eines Hundes wird eine einmalige Gebühr in Höhe von 14,50 Euro (zuz. MwSt.) für eine Online-Registrierung erhoben. Eine telefonische bzw. schriftliche Anmeldung (auch E-Mail) kostet 23,50 Euro (zuz. MwSt.). Die Registrierung ist unter: serviceline@hunderegister-nds.de oder telefonisch unter 0441 / 39010400 möglich.

Nachweis der Sachkunde

Ab dem 1. Juli 2013 müssen Hundehalter ihre Sachkunde nachweisen können.

Hundehalter/innen, die sich nach dem 1. Juli 2011 erstmals einen Hund angeschafft haben und laut Gesetz nicht anderweitig als sachkundig gelten, müssen den Nachweis der Sachkunde über eine theoretische und praktische Prüfung erbringen. Die theoretische Prüfung ist vor Aufnahme der Hundehaltung, die praktische Prüfung innerhalb des ersten Jahres der Hundehaltung abzulegen. Beide Prüfungen kosten jeweils ab 40 Euro; über die genauen Beträge entscheiden die jeweiligen Prüfer/innen.

Auf der Homepage des ML sind u.a. Beispielfragen zur theoretischen Sachkundeprüfung veröffentlicht, die dem Hundehalter/der Hundehalterin einen Einblick in die Prüfung geben sollen.

Im Verlauf der praktischen Prüfung soll unter anderem nachgewiesen werden, dass der Halter den Hund einschätzen kann, gefährliche Situationen erkennt und in der Lage ist, etwaigen Gefahren vorzubeugen. Der Halter muss den Hund so kontrollieren, dass von diesem keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht.

Der Sachkundenachweis kann direkt erworben werden, ein Vorbereitungskursus dazu ist nicht obligatorisch. Wer zur Vorbereitung auf die Prüfung zusätzlich einen Kursus absolvieren möchte, kann jede Hundeschule kontaktieren und dort erfahren, ob sie derartige Angebote bereithält. Jede Hundeschule kann auch Prüfungstermine anbieten. Es muss jedoch gewährleistet sein, dass die Prüfungen von einem Prüfer abgenommen werden, der von den zuständigen Behörden der Landkreise, der kreisfreien Städte, der Region Hannover oder dem Zweckverband Jade/Weser nach den Vorgaben des Niedersächsischen Hundegesetzes anerkannt ist.

In § 3 Abs. 6 Nr. 4 NHundG ist geregelt, dass die erforderliche Sachkunde zum Halten eines Hundes auch besitzt, wer nachweislich eine sonstige Prüfung bestanden hat, die vom Fachministerium als gleichwertig anerkannt worden ist.

Bislang sind folgende „sonstige Prüfungen“ anerkannt:

  • Die Abschlussprüfung zur Tierpflegerin/zum Tierpfleger in der Fachrichtung Tierheim und Tierpension gemäß § 10 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Tierpfleger/zur Tierpflegerin vom 3. Juli 2003 (BGBl. I S. 1093)
  • Die BHV-Hundeführerscheinprüfung der Stufe 1 sowie die BHV-Hundeführerscheinprüfung der Stufe 2 des Berufsverbandes der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V. (BHV) nach der Prüfungsordnung von 2001 bzw. vom 01.01.2014
  • Der D.O.Q.-Test 2.0 der Tierärztlichen Arbeitsgemeinschaft für Hundehaltung e.V. (TAG-H) nach der Prüfungsordnung zum theoretischen Prüfungsteil und nach der Prüfungsordnung zum praktischen Prüfungsteil, jeweils vom 15.08.2013
  • Der „Hundeführerschein nach IBH e.V.-Richtlinien mit Sachkundenachweis“, bestehend aus „Sachkundenachweis nach IBH-Richtlinien“ in Verbindung mit „Praktische Prüfung zum Hundeführerschein nach IBH-Richtlinien“ nach der „Prüfungsordnung Hundeführerschein sowie Sachkundenachweis nach IBH e.V. Richtlinien“, Stand 01.2014.

Für diese Prüfungen gilt: Erst die vollständig in Theorie und Praxis abgelegte Prüfung gilt als Nachweis der Sachkunde. Die Anerkennung ist im Niedersächsischen Ministerialblatt (Nds. MBl. 2014, Nr. 15, Seite 315 bzw. Nr. 22, Seite 438 und Nds. MBl. 2015, Nr. 1, Seite 5) veröffentlicht, in dem die Einzelheiten nachgelesen werden können.

Auf der Homepage des Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind Beispielfragen veröffentlicht, damit Hundehalter sich einen Überblick über alles Wissenswerte verschaffen können. Die Überprüfung der Einhaltung des Hundegesetzes obliegt den Gemeinden.

Niedersächsisches Gesetz über das Halten von Hunden

Literaturvorschläge zur Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung gemäß § 3 Abs. 2 NHundG

Bei der folgenden Liste handelt sich um eine beispielhafte Auflistung. Für die Richtigkeit der Buchinhalte kann keine Garantie übernommen werden. Eine Vorbereitung auf die Prüfung muss nicht anhand von Lehrbüchern erfolgen.

Sachkunde für Hundehalter:
D.U. Feddersen-Petersen (Hrg.)
ISBN 978-3-942335-94-2

Der Hunde-Führerschein
Celina del Amo, Renate Jones-Baade, Karina Mahnke; Ulmer-Verlag
ISBN 978-3-8001-5952-9

Hundeverhalten
Barbara Schöning; Kosmos-Verlag
ISBN 978-3-440-11181-9

Der Hundeführerschein
Gabriele Metz, Ester Schalke; Kosmos-Verlag
ISBN 978-3-440132487

VDH-Hundeführerschein,
Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH)
Westfalenstraße 174, 44141 Dortmund
ISBN 978-3980154543

Sachkundenachweis für Hundehalter
Theoretische Grundlagen und praktische Übungen
Celina del Amo; Ulmer-Verlag
ISBN 978-3-8001-7789-9

Liste der zurzeit anerkannten Prüfer für den Sachkundenachweis aus dem Raum Gifhorn-Wolfsburg

Frau Dr. Susanne Schüler, Friedrich-Ebert-Straße 65, 38440 Wolfsburg 05361-12233 od. 0163-1753319
Frau Nadine Bennefeld, Tierheim Wolfsburg, Forstweg 42, 38442 Wolfsburg 05362-51063
Frau Anja Krieghoff, Hauptstr. 59, 38446 Wolfsburg, 05363-98 97415
Herr Torsten Hallfahrt, Auf dem Kroye 13, 38448 Wolfsburg, 0171-1949702
Frau Alexandra Kaltenbrunn-de Weert, Zu dem Balken 19a, 38448 Wolfsburg, 05361-600863
Frau Dr. Kerstin Bergmann-Eisen, Sonnenweg 42, 38518 Gifhorn, 05371-589 539
Frau Dr. Karen Fährmann, Dieckhorster Weg 14, 38518 Gifhorn-Wilsche 05371-728735
Frau Regina Oppel, Kleine Flagge 11, 38518 Gifhorn, 05371-931 311
Frau Dr. Gisela Steiner, Fallerslebener Str.12, 38518 Gifhorn, 05371-58399
Herr Dr. Martin Pape Martin, Rostockring 3, 38527 Meine, 05304-931141
Herr Wilhelm Albrecht, Deiweg 14, 38529 Salzgitter, 05341-91 904
Frau Marion Schacht, Birkenweg 39, 38539 Müden, 05375-1360 od. 0170-6482400
Frau Eike Behrens, Bahnhofstr. 10a, 38542 Leiferde, 05373-981922
Frau Gina Hasenfuß, Hoher Graben 12, 38542 Leiferde, 05373-332685 od. 0175-7006223
Frau Dr. Anja Winar, Dieselstr. 2, 38644 Goslar, 05321-689300
Herrn Dipl.-Ing. Martin Klopsch, Waldstr. 26, 38667 Bad Harzburg, 05322-780462
Herr Dr. Heinrich Lüps Heinrich, Eschenweg 2a, 38667 Bad Harzburg, 05322-50707
Frau Doris Siemens, Hundeschule Doggs, Haferkamp 1, 38667 Bad Harzburg, 05326-9297315
Frau Dr. Katharina Steinert,Tierarztpraxis Hünsche, Goslarsche Str. 20a, 38690 Vienenburg, 05324-2255
Frau Gitta Papendorf, Schlesierweg 35, 38700 Braunlage, 05520-1271
Herr Dr. Wilhelm Röbbel, Kleine Reihe 26, 38723 Seesen, 05381-46233

(Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)

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