Ein Hund zieht ein

Bevor das neue Familienmitglied zuhause einzieht, sollten alle Familienmitglieder sich der neuen Aufgabe bewusst sein. Ein Hund kann bis zu 18 Jahre alt werden

Es ist zu prüfen, ob es im Haus und Garten keine Gefährdungen für den Hund gibt.

Im Garten ist ein Kontrollgang entlang des Zaunes angebracht, um eventuell offene Stellen am Zaun oder am Boden zu sichern, sonst entschwindet das neue Familienmitglied nach einer Buddelaktion plötzlich unbemerkt. Sorgfältiges Aufräumen ist angebracht, damit keine Verletzungen durch herumliegende Gartengeräte erfolgen können. Auch Giftpflanzen im Garten sollten entfernt werden, denn auch bei erwachsenen Hunden kann es immer wieder vorkommen, dass an einem giftigen Ast geknabbert wird, giftige Beeren verzehrt werden oder im Boden an giftigen Wurzeln gebuddelt wird. Das gleiche gilt für Pflanzen im Haus.

Im Haus sollten, besonders bei Aufnahme eines Welpen, Treppen und gegebenenfalls Räume, die vom Hund nicht genutzt werden dürfen, durch schützende Gitter oder Türchen gesichert werden.

Insbesondere bei Aufnahme eines Welpen sollten alle Gegenstände aus seiner Reichweite entfernt werden, an denen er sich verletzen kann und die er nicht anknabbern soll.  Das Spielzeug sollte auch sehr genau ausgewählt werden. Leider sind in den meisten Spielzeugen Giftstoffe enthalten, es kann zudem Verletzungen beim Zerkauen und auch beim Verschlucken verursachen und nicht selten müssen Hunde beim Tierarzt wegen Magen- oder Darmverschluss bzw. Verletzungen im Verdauungstrakt auf den OP- Tisch, Todesfälle sind leider nicht ausgeschlossen. Die beliebten Tennisbälle schleifen wegen des Textilüberzuges den Zahnschmelz ab. Bei einigen Spielzeugtypen lohnt es, sich bei Spielzeug für Kleinkinder umzusehen, die nach strengen Richtlinien hergestellt werden. Spielzeug aus Hartholz mit glatter Oberfläche eignet sich auch.

Für die Liegeplätze des Hundes eignen sich am besten Decken, Körbe, viele Hunde lieben auch ihre Box. Ein Liegeplatz befindet sich am besten im Wohnzimmer und dort in einer Ecke ohne Blick auf die Tür. Außerdem im Schlafzimmer, da der Hund ein Rudeltier ist und das Rudel auch nachts zusammen bleibt. Ein Liegeplatz direkt vor der Haustür bzw. im Hausflur ist der ungünstigste Platz, den man wählen kann. Dieser Platz führt in aller Regel sowohl für die Menschen als auch für den Hund zu Problemen. Er entwickelt eine viel zu starke Reizempfänglichkeit und wird sich zu einem Kläffer entwickeln und gegebenenfalls auch so wachsam werden, dass es zu ernster territorialer Aggression kommen kann. Außerdem kann er auf einem solchen Platz nicht wirklich entspannen.

Ein Garten ist schön für den Hund, aber nur wenn er hier mit seinem Menschen zusammen ist. Allein sind Hunde im Garten aber keinesfalls gut aufgehoben. Wird er alleine im Garten gelassen, wird er sich Beschäftigung suchen und sich zum Kläffer oder gar zum ernsthaft territorial aggressiven Hund entwickeln.

Sozialkontakt ist für Hunde sehr wichtig. Allerdings sollten bei einer Hundebegegnung die Hundehalter ihre Hunde zunächst zu sich rufen, um zu klären, ob auch alle an einem näheren Kontakt interessiert sind und nur in diesem Fall die Hunde ableinen. Es gibt nun mal viele Hunde, die einfach Angst vor anderen Hunden haben, krank, läufig oder aggressiv sind. Läuft der andere Hund trotzdem auf ihn zu, kommt es oft zu unangenehmen Situationen.

Hat man einen Welpen bei sich aufgenommen, ist zu beachten, dass die Spaziergänge zunächst nur sehr kurz sein dürfen (Spiele mit Artgenossen dürfen länger dauern). Bis zum Alter von einem Jahr kann die Zeitdauer langsam auf bis zu einer Stunde gesteigert werden, danach allmlälhlich länger. Andernfalls können zum Beispiel die Hüftgelenke dauerhaften Schaden nehmen.

Für die Umweltsozialisierung muss man sich unbedingt Zeit nehmen. Nach der zwölften Lebenswoche schließt sich das Fenster und der Welpe sollte unbedingt alles kennen gelernt haben (mehrfach!), was ihm in seinem weiteren Leben begegnen wird. Was in dieser Phase versäumt wird, ist später nicht mehr oder nur sehr langwierig und schwierig – wenn überhaupt – nachholbar. Bevor der Hund ins Haus kommt, ist es daher sinnvoll, sich eine Liste für die kommenden Wochen zu machen, in der notiert wird, was an jedem Tag jeweils unternommen wird. Also zum Beispiel Bus- und Bahnfahrten, kleine Kinder, viele verschiedene Menschen, viele (friedliche!) Hunde, Kaufhäuser, Baumärkte, Bahnhöfe, Wildpark, Zoo und Fußgängerzonen.

Eine gute Hundeschule kann man auch schon auswählen vor der Aufnahme des neuen Familienmitglieds.

Schließlich muss man sich vor der Aufnahme eines Hundes darüber klar sein, dass man eine große Verantwortung dafür trägt, dass er ein schönes und ausgefülltes Leben mit viel Bewegung, Beschäftigung, Zuwendung und ganz viel gemeinsamer Zeit haben wird.

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